Smartwatch vs. Fitness-Armband: Brauche ich wirklich GPS?
Stehen Sie auch vor dem Regal (oder dem Onlineshop) und fragen sich: „Warum kostet das eine Gerät 40 Euro und das andere 400 Euro?“ Die Antwort liegt oft in drei Buchstaben: GPS.
Die Entscheidung zwischen einer vollwertigen Smartwatch und einem schlanken Fitness-Armband hängt maßgeblich davon ab, wie Sie trainieren und ob Sie Ihr Smartphone dabei gerne mitschleppen. In diesem Guide klären wir, was der Unterschied zwischen „echtem“ und „verbundenem“ GPS ist und welcher Typ Sie sind.
In diesem Artikel wollen wir Ihnen auf Basis Ihrer Nutzungsgewohnheiten Hilfestellung bei der Kaufentscheideung mit auf den Weg geben.

Was bedeutet GPS bei Wearables überhaupt?
Welcher Typ sind Sie?
Um die Frage „Brauche ich das?“ zu beantworten, müssen wir Ihren Trainingsalltag anschauen. Finden Sie sich in einem dieser Profile wieder?
Typ A: Der „Outdoor-Freiheits-Liebhaber“
- Sie gehen Joggen, Radfahren oder Wandern. Sie finden große Handys in der Sporthose nervig, weil sie wackeln oder schwer sind. Sie wollen beim Laufen einfach nur abschalten und keine Anrufe bekommen.
- Urteil: Sie brauchen zwingend integriertes GPS.
- Warum? Ohne Handy misst ein einfaches Armband die Distanz nur anhand von Schritten. Das ist extrem ungenau (bis zu 20% Abweichung). Wenn Sie wissen wollen, ob Sie heute wirklich 5 km oder nur 4,6 km gelaufen sind, führt kein Weg am integrierten GPS vorbei.
- Empfehlung: Garmin Forerunner, Apple Watch, Fitbit Charge 6 (einer der wenigen Tracker mit GPS).
Typ B: Der „Fitness-Studio-Gänger“
- Ihr Training findet drinnen statt: Laufband, Hanteltraining, Yoga, Spinning-Kurs. Oder Sie gehen draußen spazieren, haben aber sowieso immer das Handy dabei, um Podcasts oder Musik zu hören.
- Urteil: Sie brauchen kein integriertes GPS.
- Warum? Indoor gibt es kein GPS-Signal (und Sie bewegen sich nicht vom Fleck). Draußen übernimmt Ihr Handy das Tracking via „Connected GPS“. Ein teurer GPS-Chip in der Uhr wäre für Sie rausgeschmissenes Geld und unnötiger Ballast.
- Empfehlung: Xiaomi Smart Band, Fitbit Inspire, Huawei Band.
Typ C: Der „Daten-Nerd“
- Sie wollen nicht nur wissen, dass Sie gelaufen sind, sondern auch wie schnell Sie an welchem Hügel waren (Pace-Analyse).
- Urteil: Sie brauchen integriertes GPS.
- Warum? Die GPS-Daten von Smartphones sind oft ungenauer, besonders wenn das Handy tief im Rucksack oder in der Tasche vergraben ist. Uhren am Handgelenk haben freien „Sichtkontakt“ zum Himmel und liefern präzisere Geschwindigkeitsdaten.
Vor- und Nachteile im Direktvergleich
Warum bauen Hersteller nicht einfach überall GPS ein? Weil es seinen Preis hat – nicht nur in Euro.
| Feature | Fitness-Armband (meist ohne GPS) | Smartwatch (meist mit GPS) |
|---|---|---|
| Akkulaufzeit | Gigantisch. 7 bis 20 Tage sind normal. Ohne GPS-Modul verbraucht das Gerät kaum Energie. | Mäßig. 1 bis 3 Tage. Aktives GPS saugt den Akku leer (oft in 5-10 Stunden Training). |
| Größe & Komfort | Schlank, leicht, stört nicht beim Schlafen. | Oft klobiger und schwerer, da Antennen und größere Akkus Platz brauchen. |
| Preis | Günstig (30 € – 90 €). | Teurer (150 € – 800 €). |
| Genauigkeit | Schätzt Distanz oft nur (außer bei Handy-Verbindung). | Misst Distanz exakt. |
Das Problem mit dem „Hybrid“
Es gibt eine Ausnahme, die oft für Verwirrung sorgt: Hochwertige Fitness-Tracker wie der Fitbit Charge 6. Er sieht aus wie ein schmales Armband, hat aber integriertes GPS.
Das klingt nach der perfekten Lösung, hat aber einen Haken: Der Akku. Da kleine Armbänder nur winzige Batterien haben, zieht das GPS den Akku extrem schnell leer. Wer mit einem solchen Armband 2 Stunden laufen geht, verliert oft 30-40% der Ladung. Eine große Laufuhr (z.B. Garmin Fenix) verliert dabei vielleicht 5%.
Fazit hierzu: Wenn Sie nur ab und zu eine kurze 5km-Runde drehen, ist ein Armband mit GPS toll. Planen Sie Marathon-Training oder lange Wanderungen, brauchen Sie eine Uhr mit großem Akku (Smartwatch/Sportuhr).
Entscheidungshilfe: Die Checkliste
Kaufen Sie ein Gerät mit integriertem GPS, wenn:
- [ ] Sie beim Sport kein Handy dabei haben wollen.
- [ ] Sie exakte Daten zu Tempo (Pace) und Distanz benötigen.
- [ ] Sie Ihre Laufrouten nachträglich auf einer Karte ansehen wollen.
- [ ] Sie bereit sind, das Gerät öfter aufzuladen (alle paar Tage).
Greifen Sie zum günstigeren Armband (ohne GPS / Connected GPS), wenn:
- [ ] Sie hauptsächlich Schritte zählen und den Schlaf überwachen wollen.
- [ ] Sie fast nur Indoor-Sport (Gym, Yoga) treiben.
- [ ] Sie beim Spazieren/Laufen ohnehin das Handy für Musik/Notfälle dabei haben.
- [ ] Sie das Gerät nur alle 2 Wochen aufladen möchten.
- [ ] Sie ein kleines Budget haben (< 60 €).
Fazit: Ehrlichkeit spart Geld
Die meisten Menschen überschätzen, wie oft sie GPS wirklich brauchen. Hand aufs Herz: Wenn Sie dreimal die Woche joggen gehen und dabei Spotify über das Handy hören, reicht ein günstiges Fitness-Armband mit „Connected GPS“ völlig aus. Die Daten sind fast identisch, Sie sparen aber gut 100 bis 200 Euro.
Wenn aber das Gefühl der Freiheit – einfach loslaufen, ohne Ballast, nur Sie und die Strecke – Ihr Ziel ist, dann ist der Aufpreis für eine Uhr mit integriertem GPS jeden Cent wert.
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