Werkstudent vs. 603-Euro-Job: Welches Nebenjob-Modell lohnt sich wirklich?
Die Entscheidung zwischen einem Minijob und einer Anstellung als Werkstudent gehört zu den wichtigsten finanziellen Weichenstellungen im Studium. Beide Modelle haben handfeste Vor- und Nachteile, je nachdem, wie viel Zeit du hast und ob du finanzielle Unterstützung wie BAföG beziehst.
Wichtig: Durch die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro im Jahr 2026 wurde die Minijob-Grenze dynamisch angepasst. Der ehemalige 538-Euro-Job ist im Jahr 2026 offiziell ein 603-Euro-Job.
Wir haben einen auf aktuellem Kenntnisstand (Februar 2026) basierenden Vergleich angestellt, damit du die beste Wahl für deine Situation treffen kannst.

Nebenjob-Modelle im Vergleich
Der Härtetest: BAföG und Kindergeld
Neben dem Gehalt auf dem Konto entscheidet oft die familiäre und staatliche Unterstützung darüber, welches Modell sich wirklich lohnt:
Übersicht: Was passt zu dir?
| Kriterium | Minijob (bis 603 €) | Werkstudent (ab 603,01 €) |
|---|---|---|
| Arbeitszeit | Max. ca. 43 Stunden/Monat (bei Mindestlohn) | Max. 20 Stunden/Woche (während des Semesters) |
| Krankenversicherung | Kostenlos (über Familienversicherung) | Selbstzahler (studentische KV, ca. 120-130 €) |
| Rentenversicherung | Befreiung auf Antrag möglich (0 % Abzug) | Pflicht (9,3 % vom Brutto) |
| BAföG-Kürzung | Keine Kürzung | Jeder Cent über 603 € wird angerechnet |
| Kindergeld | Bleibt erhalten | Bleibt erhalten (bis 25 Jahre / max. 20h) |
| Steuern | Pauschal durch Arbeitgeber | Lohnsteuerpflichtig (oft erstattungsfähig) |
Die besten Jobportale für Werkstudenten und 603-Euro-Jobs
Hast du dich für ein Modell entschieden, stellt sich die nächste Frage: Wo findet man als Student überhaupt die besten Stellenangebote? Der Markt ist groß, aber nicht jede Plattform eignet sich für jede Art von Job.
Für maximale Flexibilität und 603-Euro-Jobs
Wenn du keine festen wöchentlichen Arbeitszeiten gebrauchen kannst (zum Beispiel in der Klausurenphase) oder gezielt nach einem klassischen Minijob suchst:
- Zenjob: Der absolute Vorreiter für flexible Studentenjobs. Über die App buchst du dir einzelne Schichten (z.B. im Einzelhandel, in der Logistik oder in der Gastronomie), wann immer es dir in den Kram passt. Perfekt, um kurzfristig Geld dazuzuverdienen.
- Jobvalley (früher Studitemps): Spezialisiert auf flexible Einsätze und Arbeitnehmerüberlassung für Studenten. Hier findest du neben kurzfristigen Jobs auch längerfristige Einsätze mit oft sehr fairen Stundenlöhnen.
- Jobmensa: Eine der größten Jobbörsen für Studenten in Deutschland. Ideal für klassische Minijobs wie Kellnern, Promotion-Aktionen, Nachhilfe oder Aushilfsjobs im Büro.
Für karriereorientierte Werkstudentenjobs
Wenn du erste Berufserfahrung in deiner Branche sammeln möchtest und eine Stelle mit fachlichem Bezug zu deinem Studium suchst:
- Workwise (ehemals Campusjäger): Ein echter Geheimtipp für Studenten. Der große Vorteil: Du brauchst hier oft kein klassisches, langes Anschreiben. Du füllst dein Profil aus, beantwortest ein bis zwei gezielte Fragen des Unternehmens und bewirbst dich mit wenigen Klicks.
- StepStone & Indeed: Die klassischen Giganten unter den Jobbörsen. Da hier fast jedes größere Unternehmen inseriert, ist die Auswahl an fachspezifischen Werkstudentenjobs riesig. Nutze einfach die Filterfunktion für „Werkstudent“ kombiniert mit deiner Stadt oder Branche.
- LinkedIn & Xing: Unterschätze nicht die Business-Netzwerke! Lege dir ein aussagekräftiges Profil an und stelle dir Job-Alerts für Werkstudentenstellen ein. Gerade in Bereichen wie IT, Marketing, BWL oder Ingenieurwesen rekrutieren viele Firmen direkt hier.
Der lokale Geheimtipp: Hochschul-Portale
- Stellenwerk: Dies sind die offiziellen Jobportale vieler deutscher Universitäten und Fachhochschulen. Der große Pluspunkt: Unternehmen, die hier inserieren, suchen explizit nach Studenten deiner Hochschule. Oft sind die Arbeitgeber in direkter Uni-Nähe und haben viel Verständnis für schwankende Arbeitszeiten während der Prüfungsphasen.
Fazit: Die richtige Plattform macht den Unterschied
Die Wahl der passenden Jobbörse hängt letztlich davon ab, was du im Studium gerade am dringendsten brauchst. Suchst du maximale Flexibilität und unkomplizierte 603-Euro-Jobs, um kurzfristig deine Haushaltskasse aufzubessern, bist du bei dynamischen Apps wie Zenjob oder Plattformen wie Jobvalley am besten aufgehoben.
Geht es dir hingegen darum, mit einem Werkstudentenjob wertvolle Berufserfahrung zu sammeln und den Grundstein für deine spätere Karriere zu legen, solltest du auf etablierte Jobbörsen wie StepStone, moderne Portale wie Workwise oder auf das direkte Netzwerken über LinkedIn setzen.
Der beste Tipp für die Jobsuche: Verlasse dich nicht nur auf eine einzige Seite. Richte dir auf zwei bis drei passenden Plattformen automatische Job-Alerts ein und checke regelmäßig das Stellenwerk oder das Schwarze Brett deiner eigenen Hochschule. So landen die besten Angebote direkt in deinem Postfach.
Quellen und weiterführende Links
Für die detaillierten rechtlichen und finanziellen Regelungen rund um das Thema Nebenjob im Studium verweisen wir auf die folgenden offiziellen Stellen:
- Minijob-Zentrale: Die zentrale Einzugs- und Meldestelle für alle geringfügigen Beschäftigungen in Deutschland. Hier finden sich alle aktuellen Vorgaben zur neuen 603-Euro-Grenze, zur Befreiung von der Rentenversicherungspflicht und zu den Arbeitszeiten. (Tipp für Leser: minijob-zentrale.de)
- Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) / bafög.de: Die offizielle Informationsquelle für alle Fragen rund um das Bundesausbildungsförderungsgesetz. Dort sind die exakten Einkommensfreibeträge und die Regeln zur Anrechnung von Werkstudentengehältern detailliert aufgeschlüsselt.
- Deutsche Rentenversicherung (DRV): Hier gibt es rechtsverbindliche Informationen zum sogenannten Werkstudentenprivileg, der 20-Stunden-Regel während der Vorlesungszeit und den daraus resultierenden Abgaben zur Sozialversicherung.
- Bundesagentur für Arbeit (Familienkasse): Die zuständige Stelle für das Kindergeld. Auf deren Informationsportal können die genauen Voraussetzungen für den Kindergeldbezug während des Erst- und Zweitstudiums (sowie die Auswirkungen von wöchentlichen Arbeitszeiten über 20 Stunden) nachgelesen werden.
- Gesetzliche Krankenkassen (z. B. Techniker Krankenkasse, AOK, Barmer): Die Portale der großen Krankenkassen bieten exzellente Merkblätter zu den Verdienstgrenzen der kostenfreien Familienversicherung und den aktuellen Beiträgen zur studentischen Kranken- und Pflegeversicherung.
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