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Wie KI unsere Stimme beeinflusst und wer die Fäden zieht

Der Wahlkampf hat sich fundamental gewandelt. Wo früher Plakate klebten und Hände geschüttelt wurden, rechnen heute Serverfarmen. Künstliche Intelligenz (KI) ist längst nicht mehr nur ein Thema der Digitalpolitik, sondern das zentrale Werkzeug der politischen Machtgewinnung.

Doch in diesem digitalen Ringen agieren Parteien nicht allein. Ein komplexes Geflecht aus parteinahen Stiftungen, NGOs und technologischen „Watchdogs“ bestimmt die Regeln des Spiels.

Wie KI unsere Stimme beeinflusst und wer die Fäden zieht

Themenübersicht

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Microtargeting und generative Inhalte

Die Nutzung von KI im Wahlkampf teilt sich heute primär in zwei Bereiche: die Analyse (Wer sind die Wähler?) und die Erstellung (Was zeigen wir ihnen?).

Datengestütztes Targeting (Analyse)

In den USA ist das individuelle „Microtargeting“ (das gezielte Ansprechen einzelner Wähler basierend auf ihrem psychologischen Profil) Standard. In Deutschland und Europa schiebt die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) und der EU AI Act dem einen Riegel vor. Dennoch nutzen Parteien wie CDU, SPD, Grüne FDP und AFD KI-gestützte Datenanalysen. Statt individueller Profile werden „Zwillings-Profile“ und geografische Daten genutzt. Parteien kaufen Daten von Kommerziellen Anbietern (z.B. Deutsche Post Direkt) und verschneiden diese mit Wahlergebnissen. Eine KI berechnet dann für einen bestimmten Wohnblock die Wahrscheinlichkeit für Wechselwähler.

Beispiel: Die „Tür-zu-Tür“-Apps der Parteien (z.B. Connect bei der CDU oder ähnliche Tools bei SPD/Grünen) lotsen Wahlkampfhelfer gezielt in Straßen, in denen der Algorithmus ein hohes Potenzial errechnet hat, und lassen andere Straßen aus.

Generative KI (Content)

Seit dem Durchbruch großer Sprachmodelle (LLMs) und Bildgeneratoren wird Content automatisiert.

  • Text: Newsletter, Social-Media-Posts und Pressemitteilungen werden zunehmend KI-unterstützt vorformuliert.
  • Bild/Video: Hier liegt die größte Gefahr und Kontroverse. Parteien nutzen KI, um „Stimmungsbilder“ zu erzeugen (z.B. generierte Bilder von wütenden Bürgern oder idealisierten Zukünften). Dies ist legal, solange es gekennzeichnet ist (eine Pflicht, die der EU AI Act verschärft hat), wird aber oft grauzonig eingesetzt.

Parteien und ihre eigenen NGOs

Die Frage, welche Partei mit welcher NGO zusammenarbeitet, muss in Deutschland differenziert betrachtet werden. Es gibt direkte Kooperationen, aber vor allem das System der parteinahen Stiftungen. Diese sind rechtlich eigenständige NGOs (eingetragene Vereine), werden aber staatlich finanziert und fungieren als „Denkfabriken“ der Parteien. Sie liefern die ethische und strategische Unterfütterung für die KI-Politik der Mutterparteien.

Die Institutionalisierten Partner (Parteinahe Stiftungen)

Diese Stiftungen erarbeiten Strategiepapiere, die später oft in Parteiprogramme oder Gesetzesinitiativen einfließen:

Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU):

  • Fokus: Wirtschaftliche Stärke von KI, Wettbewerbsfähigkeit gegenüber China/USA, ethische Leitplanken aus christdemokratischer Sicht.
  • Aktivität: Organisiert Foren mit Tech-Unternehmen und veröffentlicht Studien zur Akzeptanz von KI in der Verwaltung.

Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD):

  • Fokus: „Algorithmic Management“ in der Arbeitswelt, Arbeitnehmerrechte bei KI-Einsatz, Verhinderung von Diskriminierung durch Algorithmen.
  • Aktivität: Arbeitet eng mit Gewerkschaften zusammen, um KI-Regulierung im Sinne der Arbeitnehmerschaft zu beeinflussen.

Heinrich-Böll-Stiftung (Bündnis 90/Die Grünen):

  • Fokus: Ökologischer Fußabdruck von KI (Energieverbrauch von Rechenzentren), Überwachungskapitalismus, Gender-Bias in Datensätzen.
  • Aktivität: Kritische Auseinandersetzung mit „Tech-Solutionism“ (dem Glauben, Technik löse alle sozialen Probleme).
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Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FDP):

  • Fokus: Innovationsfreiheit, Vermeidung von Überregulierung, KI als Chance für Bürokratieabbau.
  • Aktivität: Fördert den Diskurs über „Freiheit durch Technologie“ und warnt vor staatlichen Verboten.

Rosa-Luxemburg-Stiftung (Die Linke):

  • Fokus: Digitale Souveränität, Kritik an der Machtkonzentration bei US-Tech-Konzernen („Digitaler Kapitalismus“).

Desiderius-Erasmus-Stiftung (AFD):

Wie die anderen Parteien hat auch die AfD eine Stiftung.

  • Funktion: Sie soll politische Bildungsarbeit leisten und akademischen Nachwuchs fördern.
  • Finanzierung & Konflikt: Dies ist ein zentrales politisches Streitthema. Die anderen Parteien versuchten lange, der DES die staatlichen Gelder (die den anderen Stiftungen zustehen) vorzuenthalten, mit dem Argument, sie trete nicht für die freiheitlich-demokratische Grundordnung ein.

Das Bundesverfassungsgericht urteilte (2023), dass es ein formales Stiftungsgesetz braucht. Ein solches Gesetz wurde geschaffen, knüpft Finanzierung aber an Verfassungstreue. Da Teile der AfD und ihrer Jugendorganisation vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft werden, ist der Geldfluss weiterhin blockiert oder stark eingeschränkt.

Die Gretchenfrage: Wer finanziert die Wächter?

Ein oft übersehener Aspekt im Beziehungsgeflecht zwischen Parteien, NGOs und KI ist der Geldfluss. Während der Begriff „Nichtregierungsorganisation“ (NGO) Unabhängigkeit suggeriert, hängen viele Akteure im digitalen Raum stark am Tropf staatlicher Fördergelder. Dies schafft eine potenzielle Konfliktlinie, die gerade im Wahlkampf relevant wird.

Der Staat als Hauptsponsor

Zahlreiche Projekte, die sich mit „Hatespeech-Erkennung“ mittels KI, der Analyse von Desinformation oder digitaler Zivilcourage beschäftigen, werden durch Bundesprogramme (z. B. „Demokratie leben!“) finanziert. Die Gelder werden von Ministerien vergeben, die wiederum von Parteipolitikern geführt werden. Wenn eine NGO, die zu 80 % aus Mitteln eines grün oder sozialdemokratisch geführten Ministeriums finanziert wird, eine Studie über „rechte Netzwerke“ veröffentlicht, wirft die Opposition (insbesondere AfD und teils CDU/CSU) ihr oft vor, „Vorfeldorganisation“ der Regierung zu sein.

Tatsächlich sind viele NGOs auf diese Projektmittel angewiesen. Kritiker monieren, dass dies zu einer „Zivilgesellschaft von Gnaden des Staates“ führe, die kaum noch die Hand beißt, die sie füttert.

Das Sonderphänomen der politischen Stiftungen

Wie bereits erwähnt, sind die parteinahen Stiftungen rechtlich selbstständige Vereine, finanzieren sich aber fast ausschließlich aus Steuermitteln. Nach dem wegweisenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts (2023) und dem daraufhin verabschiedeten Stiftungsfinanzierungsgesetz müssen sie zwar strikter zwischen Parteiarbeit und Bildungsarbeit trennen, doch die finanzielle Nabelschnur bleibt. Wenn die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD-nahe) oder die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU-nahe) KI-Tools zur Wähleranalyse entwickeln oder ethische Leitlinien für Algorithmen formulieren, ist dies indirekt steuerfinanzierte Parteistrategie.

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Parteien und ihre staatlich finanzierten Stiftungen (Stand 2025/2026)

Wichtige Vorbemerkung zur Einordnung: Wenn man von der finanziellen Verbindung zwischen Parteien und NGOs spricht, meint man in Deutschland primär die politischen Stiftungen. Diese sind rechtlich eigenständige NGOs (eingetragene Vereine), fungieren aber als „Denkfabriken“ und finanzielle Arme der jeweiligen politischen Strömung.

Sie werden fast vollständig aus dem Bundeshaushalt (Steuermittel) finanziert. Die Gelder stammen vor allem aus dem Innenministerium (für Inlandsarbeit) und dem Entwicklungsministerium (für Auslandsarbeit/Demokratieförderung weltweit).

Die genannten Summen sind Schätzwerte basierend auf den Bundeshaushaltsplänen der letzten Jahre (Gesamtvolumen aller Stiftungen ca. 690–700 Mio. € pro Jahr). Die genaue Höhe schwankt je nach Wahlergebnissen (verzögert) und Projektanträgen.

Partei Zugehörige NGO Ausrichtung Geschätzte Staatl. Finanzierung (p.a.)* Status & Anmerkung
SPD Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) Sozialdemokratie, Arbeitnehmerrechte ~ 180 – 200 Mio. € Die älteste und finanzstärkste Stiftung; sehr stark in internationaler Entwicklungsarbeit.
CDU Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Christdemokratie, Europapolitik, Wirtschaft ~ 180 – 200 Mio. € Ähnlich budgetiert wie die FES; weltweit vernetzt, starker Fokus auf Außenpolitik.
Bündnis 90/ Die Grünen Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) Ökologie, Gender, Demokratie ~ 80 – 90 Mio. € Starker Fokus auf Umweltprojekte und Menschenrechte; Budget wuchs durch Wahlerfolge der Grünen.
FDP Friedrich-Naumann-Stiftung (FNS) Liberalismus, Marktwirtschaft, Bürgerrechte ~ 70 – 80 Mio. € Fokus auf wirtschaftliche Freiheit, Bildung und individuelle Bürgerrechte.
CSU Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) Christlich-Sozial (Bayern), Föderalismus ~ 60 – 70 Mio. € Agiert eigenständig neben der KAS, starker Fokus auf Sicherheitspolitik und Bayern.
Die Linke Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) Demokratischer Sozialismus, Kapitalismuskritik ~ 70 – 80 Mio. € Trotz sinkender Wahlergebnisse der Partei bisher stabil finanziert (Bestandsschutz greift zeitverzögert).
AfD Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES) Nationalkonservativ, Rechte „Gegenöffentlichkeit“ 0 € (aktuell blockiert) Würde rein rechnerisch ca. 70–80 Mio. € erhalten. Zahlungen sind jedoch ausgesetzt (siehe unten).
BSW Noch im Aufbau / diverse Vereine Linkskonservativ / Populär 0 € Das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ baut derzeit Strukturen auf; Anspruch auf Stiftungsfinanzierung entsteht erst nach wiederholtem Einzug in den Bundestag.

*Die Summen setzen sich zusammen aus „Globalzuschüssen“ (Innenministerium) und Projektmitteln (z.B. Entwicklungsministerium, Auswärtiges Amt).

Erläuterungen zur Tabelle

Warum erhält die AfD-Stiftung kein Geld?

Obwohl die AfD im Bundestag vertreten ist, erhält die Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES) aktuell keine staatlichen Globalzuschüsse. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (2023) wurde das Stiftungsfinanzierungsgesetz verabschiedet. Es besagt, dass eine Stiftung, die aktiv gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung agiert oder deren Mutterpartei als verfassungsfeindlich eingestuft wird (Verdachtsfall oder gesichert extremistisch), von der Finanzierung ausgeschlossen werden kann.

Folge: Da Teile der AfD vom Verfassungsschutz beobachtet werden, bleibt der Geldhahn zu. Die DES finanziert sich daher rein privat (Spenden).

Andere NGOs (Greenpeace, BUND, Caritas etc.)

Andere unabhängige NGOs wie Greenpeace oder Amnesty International erhalten „keine pauschale“ Finanzierung aufgrund einer Parteinähe.

Sie erhalten zwar oft Projektgelder vom Staat (z.B. für eine Studie zum Klimaschutz), diese sind aber zweckgebunden und müssen beantragt werden. Kritiker merken an, dass Ministerien (geführt von Parteien) dazu neigen, Projekte von NGOs zu bewilligen, die ihnen ideologisch nahestehen (z.B. Grünes Ministerium fördert Umwelt-NGOs). Dies geschieht jedoch auf Projektbasis, nicht als institutionelle Dauerförderung.

Wichtig: Es gibt tausende NGOs in Deutschland. Die vorangegangene Tabelle zeigte bislang nur jene NGOs, die institutionell an die Parteien gebunden sind und dafür pauschale Steuergelder erhalten.

Darüber hinaus gibt es aber ein riesiges Netzwerk aus „Vor­feld­orga­ni­sa­ti­onen“, strategischen Partnern und Verbänden, die zwar rechtlich unabhängig sind, aber personell oder ideologisch sehr eng mit bestimmten Parteien verknüpft sind. Diese erhalten oft keine pauschale Parteienfinanzierung, aber durchaus Projektgelder oder erfüllen staatliche Aufgaben (und werden dafür bezahlt).

Eine Übersicht (Auszug) der „inoffiziellen“ oder ideologischen NGO-Partner:

Die Wohlfahrtsverbände (Die „Elefanten“ im Raum)

Diese Verbände sind gigantisch, erhalten Milliarden vom Staat (für den Betrieb von Kitas, Pflegeheimen etc.), sind aber keine reinen politischen NGOs. Dennoch gibt es historische „Erbhöfe“.

NGO / Verband Nähe zu Partei Art der Verbindung
AWO (Arbeiterwohlfahrt) SPD Historisch extrem eng verknüpft. Viele AWO-Funktionäre sind SPD-Mitglieder. Die AWO wurde einst als Hilfsorganisation der SPD gegründet.
Diakonie / Caritas CDU / CSU Als kirchliche Träger stehen sie traditionell der Union näher (Christliche Soziallehre), agieren aber politisch oft eigenständig und kritisieren auch (z.B. beim Asylrecht).
Paritätischer Wohlfahrtsverband Grüne / Linke / SPD Politisch eher links verortet, fordert oft sozialpolitische Maßnahmen, die sich in den Programmen von Grünen und Linken wiederfinden.
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Strategische & Ideologische „Kampagnen-Partner“

Diese NGOs sind politisch aktiv, machen Lobbyarbeit und arbeiten bei Sachthemen oft Hand in Hand mit den Parteien.

NGO / Verband Nähe zu Partei Themenfeld
Deutsche Umwelthilfe (DUH) Grüne Zwar unabhängig, aber personell und thematisch (Klagerechte, Diesel-Fahrverbote) oft deckungsgleich mit grüner Politik.
BUND / Greenpeace Grüne Viele Grünen-Politiker begannen ihre Karriere hier. Es gibt eine „Drehtür“ zwischen diesen NGOs und dem Umweltministerium.
DGB (Gewerkschaften) SPD / Linke (Teile der CDU-Arbeitnehmer) Traditionell die wichtigste Machtbasis der SPD. Spenden und Wahlaufrufe erfolgen oft zugunsten der SPD.
Bund der Steuerzahler FDP / CDU Kritisiert Staatsausgaben („Schwarzbuch“). Die Forderungen decken sich fast immer mit der Finanzpolitik der FDP.
Familienunternehmer / BDI FDP / CDU Wirtschaftsverbände agieren wie NGOs (Lobbying). Starke Überschneidung mit FDP-Positionen.
Rote Hilfe e.V. Die Linke / Grüne (Teile) Unterstützt linke Aktivisten bei Strafverfahren. Wird vom Verfassungsschutz beobachtet (Linksextremismus), dennoch personelle Überschneidungen zur Linkspartei.

Das AfD-Netzwerk (Vorfeldorganisationen)

Wie bereits erwähnt, fehlt der AfD der Zugang zu den großen Wohlfahrtsverbänden oder Gewerkschaften. Sie baut daher eigene Strukturen:

  • Ein Prozent e.V.: Kampagnen-Netzwerk (vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft).
  • Zentrum Automobil: Alternative Gewerkschaft (Versuch, in Betriebsräten Fuß zu fassen).
  • Mittelstandreform: Versuch, einen eigenen Wirtschaftsverband aufzubauen.

Warum ist die Unterscheidung bei der Finanzierung wichtig?

Es ist entscheidend, wofür das Geld fließt, um „Fake News“ vorzubeugen.

  • Politische Stiftungen: Erhalten Geld für politische Bildung und Demokratieförderung. Das ist quasi „Geld für die geistige Arbeit der Partei“.
  • Wohlfahrtsverbände (AWO, Caritas etc.): Erhalten Milliarden, aber als Entgelt für Leistungen (Staat bezahlt sie dafür, dass sie ein Pflegeheim betreiben). Das ist keine Parteienfinanzierung, auch wenn Kritiker oft monieren, dass durch die hohen Gehälter in den Chefetagen dieser Verbände Parteifreunde „versorgt“ werden (Stichwort: AWO-Skandal Frankfurt).

Ideologische NGOs (DUH, Greenpeace, Ein Prozent):

  • Greenpeace/Ein Prozent: Finanzieren sich fast nur aus Spenden (um unabhängig zu bleiben).
  • DUH: Finanziert sich teils aus Abmahngebühren und Projektmitteln (auch staatlichen).

Wichtig: „Während die politischen Stiftungen offiziell am Tropf des Steuerzahlers hängen, agieren im Hintergrund mächtige NGOs wie die Deutsche Umwelthilfe (Grünen-nah) oder der Bund der Steuerzahler (FDP-nah). Sie sind finanziell unabhängiger, aber für die Stimmungsmache im Wahlkampf oft noch wichtiger, da sie den Anschein der Neutralität wahren.“

Fazit: Transparenz ist die Währung der Zukunft

Der Zusammenhang ist eindeutig und finanziell untermauert: Parteien nutzen KI, um Wahlen zu gewinnen, und finanzieren über den Staatshaushalt oft jene NGOs und Stiftungen mit, die den digitalen Diskurs überwachen und mitgestalten.

Die Gefahr liegt dabei weniger in einer direkten „Gehirnwäsche“ durch KI, sondern in einer Asymmetrie der Transparenz. Während Parteien und NGOs dank Datenanalyse sehr viel über die Wähler wissen, wissen die Wähler oft nicht, wer hinter einer Kampagne oder einer „neutralen Studie“ steckt und wer sie bezahlt hat.

Für eine resiliente Demokratie im KI-Zeitalter braucht es daher nicht nur Regeln für Algorithmen, sondern auch eine klare Offenlegung der Finanzströme: Wer bezahlt den Faktenchecker? Wer finanziert die KI-Kampagne? Nur so kann der Wähler entscheiden, ob er einer Information vertraut oder nicht.

Quellen und Weiterführende Literatur:

Finanzierung der Politischen Stiftungen & Rechtslage

  • Urteil zur Stiftungsfinanzierung: Bundesverfassungsgericht, Urteil vom 22. Februar 2023 – 2 BvE 3/19. (Das Urteil, das die bisherige Praxis für verfassungswidrig erklärte und ein Gesetz forderte).
  • Das neue Gesetz: Gesetz zur Finanzierung politischer Stiftungen aus dem Bundeshaushalt (Stiftungsfinanzierungsgesetz – StiftFinG), in Kraft getreten am 01.01.2024.
  • Inhalt: Legt fest, dass Stiftungen aktiv für die freiheitlich-demokratische Grundordnung eintreten müssen.
  • Ausschluss der Desiderius-Erasmus-Stiftung (AfD): Deutscher Bundestag, Haushaltsausschuss. Die Aussetzung der Zahlungen begründet sich auf § 2 StiftFinG (Verfassungstreue) und die anhaltende Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz.

Höhe der Zuwendungen:

  • Quelle: Bundeshaushaltsplan 2024/2025.
  • Relevante Einzelpläne: Einzelplan 06 (Bundesministerium des Innern – „Globalzuschüsse“) und Einzelplan 05 (Auswärtiges Amt – internationale Projektarbeit).
  • Gesamtvolumen: Aggregierte Summen aus den Berichten des Bundesrechnungshofes (Bemerkungen 2023/2024 zur Haushaltsführung).

KI, Microtargeting & EU AI Act

  • EU AI Act (Rechtsrahmen): Verordnung (EU) 2024/1689 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Festlegung harmonisierter Vorschriften für künstliche Intelligenz.
  • Relevanter Abschnitt: Kennzeichnungspflicht für Deepfakes (Art. 50) und Verbot von Social Scoring/biometrischer Echtzeit-Überwachung (Art. 5).

Microtargeting in Deutschland vs. USA:

  • Studie: Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB), Arbeitsbericht Nr. 184 „Big Data und Meinungslenkung“.
  • Fakten zur „Connect“-App (CDU) und ähnlichen Tools: Berichte von Netzpolitik.org (z.B. zur DSGVO-Beschwerde gegen die CDU-App im Wahlkampf 2021, die die Datennutzung einschränkte).

NGOs, Vorfeldorganisationen & Parteinähe

  • Einstufung „Ein Prozent“ & AfD-Jugend:
  • Quelle: Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), Verfassungsschutzbericht 2023 und 2024.
  • Status: Einstufung als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“.

Verbindung AWO / SPD:

  • Historische Strukturdaten: Satzung der Arbeiterwohlfahrt.
  • AWO-Skandal (Frankfurt/Wiesbaden): Berichte des Hessischen Rechnungshofs und investigative Recherchen (z.B. Hessenschau, 2019-2023) über unzulässige Gehaltszahlungen und Parteispenden.

Deutsche Umwelthilfe (DUH) Finanzierung:

  • Quelle: Jahresberichte der Deutschen Umwelthilfe e.V. (Transparenzberichte).
  • Fakten: Einnahmen aus Projekten (Bundesministerien), Spenden und Klageverfahren („Abmahnverein“ – Kritikpunkt der FDP/CDU).

Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES):

  • Informationen zur Struktur und Personalia (Erika Steinbach etc.) stammen aus dem Vereinsregister und der Satzung der Stiftung.

Strategie der „Mosaik-Rechten“ & KI-Nutzung

  • Konzept „Mosaik-Rechte“:
  • Primärquelle: Publikationen des (inzwischen aufgelösten) Instituts für Staatspolitik (IfS) / Götz Kubitschek.
  • Analyse: CeMAS (Center für Monitoring, Analyse und Strategie) – Studien zu rechtsextremen Online-Strategien und „Metapolitik“.

Nutzung generativer KI durch Rechte Gruppen:

  • Analysen von AlgorithmWatch und Correctiv (2024/2025) über den Einsatz von Midjourney-Bildern in Social-Media-Kampagnen der AfD (z.B. „Tradwife“-Ästhetik vs. Dystopie).

Lobbyismus & Transparenz

  • Datenbasis: Lobbyregister des Deutschen Bundestages. Hier sind Verbindungen zwischen Unternehmen, Verbänden und Parteien (bzw. Ministerien) einsehbar.
  • Berichte von LobbyControl (z.B. „Lobbyreport“), die regelmäßig die Seitenwechsel von Politikern in NGOs oder Wirtschaftsverbände dokumentieren.

Disclaimer:

„Die im Text genannten Finanzierungsdaten basieren auf den Bundeshaushaltsplänen sowie den Angaben des Bundesamts für Verfassungsschutz und den Transparenzberichten der jeweiligen Organisationen (Stand: 2025/2026).“

Über den Autor:

Michael W. Suhr | Baujahr 1974Dipl. Betriebswirt | Webdesign- und Beratung | Office Training
Nach 20 Jahren in der Logistik habe ich mein Hobby welches mich seit Mitte der 1980er Jahre begleitet zum Beruf gemacht, und bin seit Anfang 2015 als Freelancer im Bereich Webdesign, Webberatung und Microsoft Office tätig. Nebenbei schreibe ich soweit es die Zeit zulässt noch Artikel für mehr digitale Kompetenz in meinem Blog.
Transparenz: Um diesen Blog kostenlos anbieten zu können, nutzen wir Affiliate-Links. Klickst du darauf und kaufst etwas, bekommen wir eine kleine Vergütung. Der Preis bleibt für dich gleich. Win-Win!
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