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Gift-Spielzeug und unsichere Elektronik:
EU verdonnert Temu zu 200-Millionen-Euro-Rekordstrafe!

Die Europäische Kommission hat am 28. Mai 2026 eine Rekordstrafe in Höhe von 200 Millionen Euro gegen die chinesische E-Commerce-Plattform Temu verhängt. Dies ist das bislang höchste Bußgeld, das unter dem Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) ausgesprochen wurde – es übertrifft damit die 120-Millionen-Euro-Strafe, die im Dezember 2025 gegen Elon Musks Plattform X verhängt worden war.

Wir haben alle aktuellen Details und Hintergründe zu dieser Entscheidung zusammengefasst.

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EU verdonnert Temu zu 200-Millionen-Euro-Rekordstrafe!
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Die konkreten Vorwürfe der EU-Kommission

Die Strafe stützt sich in erster Linie auf das Versäumnis von Temu, angemessen gegen die Verbreitung illegaler und unsicherer Produkte vorzugehen. Der DSA verpflichtet sehr große Online-Plattformen dazu, systemische Risiken proaktiv zu analysieren und einzudämmen.

  • Mangelhafte Risikobewertung: Laut der EU-Kommission entsprach der von Temu für das Jahr 2024 vorgelegte Risikobericht nicht den gesetzlichen Standards. Temu habe sich zu sehr auf allgemeine Branchendaten zum E-Commerce gestützt und die konkreten, plattformspezifischen Gefahren systematisch unterschätzt.

  • Gefährliche Produkte im Test: Die Vorwürfe wurden durch sogenannte „Mystery-Shopping“-Testkäufe der Kommission und unabhängiger Testorganisationen untermauert. Die Ergebnisse waren alarmierend:

    • Ein Großteil der getesteten Elektronikartikel (insbesondere Ladegeräte) fiel bei grundlegenden elektrischen Sicherheitstests durch.
    • Babyspielzeuge wiesen ein mittleres bis hohes Sicherheitsrisiko auf. Teilweise lösten sich verschluckbare Kleinteile (Erstickungsgefahr), teilweise überschritten enthaltene Chemikalien (wie Weichmacher/Phthalate) die in der EU zulässigen Grenzwerte um ein Vielfaches.
  • Verstärkung durch Plattformdesign: Ein Novum in der Begründung der Kommission ist die Kritik am Geschäftsmodell der Plattform. Zum ersten Mal erkannte die EU das Influencer-Marketing (Affiliate-Programme, bei denen Nutzer für das Anwerben von Käufern Provisionen erhalten) als konkreten Risikofaktor im Sinne des DSA an. Zusammen mit den KI-gesteuerten Empfehlungsalgorithmen habe dies die Verbreitung der gefährlichen Produkte noch beschleunigt.

Reaktion von Temu

Temu wies die Strafe in einer ersten Stellungnahme als „unverhältnismäßig“ zurück und betonte, man sei mit der Entscheidung nicht einverstanden.

Das Unternehmen argumentiert, die Untersuchung beziehe sich auf den Stand der ersten DSA-Bewertung aus dem Jahr 2024 und spiegele nicht die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen der Plattform wider. Temu gab an, während des gesamten Verfahrens konstruktiv mit der Kommission zusammengearbeitet und seitdem weitere Schritte unternommen zu haben, um die Risikoanalyse, die internen Richtlinien und den Nutzersicherheit zu verbessern.

Einordnung und weitere Entwicklungen

Der Fall Temu ist Teil eines deutlich härteren Kurses der Europäischen Union gegen Anbieter aus Drittstaaten, insbesondere aus China:

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Fazit

Mit der 200-Millionen-Euro-Strafe statuiert die EU-Kommission ein klares Exempel: Die strengen Verbraucherschutz- und Produktsicherheitsstandards des europäischen Marktes lassen sich nicht durch den Direktversand aus Übersee umgehen.

Die Entscheidung zeigt, dass die EU den Digital Services Act nun mit voller Härte anwendet und dabei nicht nur die reinen Produkte, sondern auch die dahinterliegenden Algorithmen und Vermarktungsstrukturen (wie Influencer-Programme) rechtlich zur Verantwortung zieht.

Quellenangaben:

  • Europäische Kommission: Commission fines Temu €200 million for breaching the Digital Services Act (Pressemitteilung vom 28.05.2026)
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ): Temu: EU verhängt 200 Millionen Euro Bußgeld gegen chinesische App (28.05.2026)
  • Financial Times: EU fines China’s Temu €200mn for failing to prevent sale of illegal goods (28.05.2026)
  • TechPolicy.Press: EU Tests Limits of Platform ‚Risk Assessments‘ with €200 Million Temu Fine (28.05.2026)

Über den Autor:

Michael W. Suhr | Baujahr 1974Dipl. Betriebswirt | Webdesign- und Beratung | Office Training
Nach 20 Jahren in der Logistik habe ich mein Hobby welches mich seit Mitte der 1980er Jahre begleitet zum Beruf gemacht, und bin seit Anfang 2015 als Freelancer im Bereich Webdesign, Webberatung und Microsoft Office tätig. Nebenbei schreibe ich soweit es die Zeit zulässt noch Artikel für mehr digitale Kompetenz in meinem Blog.
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