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Was Google und Amazon über dich wissen – und wie du die Spuren verwischst

Wir leben in einer Ära der Bequemlichkeit. Google vervollständigt unsere Sätze, bevor wir sie tippen, und Amazon schlägt uns Produkte vor, von denen wir noch gar nicht wussten, dass wir sie brauchen. Doch dieser Komfort hat einen Preis: Unsere Daten.

Die meisten von uns wissen theoretisch, dass „Daten gesammelt werden“. Doch das tatsächliche Ausmaß der Profile, die im Hintergrund erstellt werden, ist oft erschreckend präzise. Bei uns erfährst du, was genau gespeichert wird und wie du die Kontrolle zurückerlangst.

Was Google und Amazon über dich wissen

Themenübersicht

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Teil 1: Google – Das Gedächtnis des Internets

Google ist weit mehr als eine Suchmaschine. Durch das Ökosystem aus Android, Chrome, YouTube, Maps und Gmail entsteht ein fast lückenloses Protokoll deines Lebens.

Was Google über dich weiß

Wenn du ein Google-Konto nutzt, werden standardmäßig folgende Daten aggregiert:

  • Deine Gedanken und Fragen: Jede Suchanfrage, jedes angeklickte Ergebnis. Das verrät nicht nur Interessen, sondern auch Ängste (medizinische Suchen), Pläne (Reisesuchen) und politische Einstellungen.
  • Dein Bewegungsradius (Timeline): Wenn die Standortdienste aktiviert sind, weiß Google Maps oft auf den Meter genau, wo du wann warst, wie lange du dort geblieben bist und ob du zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs warst.
  • Dein Konsumverhalten: Über YouTube wird analysiert, welche Videos du schaust, wann du abbrichst und welche Musik du magst.
  • Deine Stimme: Wer den Google Assistant nutzt, hinterlässt Audioaufnahmen der Befehle auf den Google-Servern.
  • App-Nutzung: Auf Android-Geräten kann Google sehen, welche Apps du wann und wie oft öffnest.
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So löschst du deine Google-Spuren

Google hat in den letzten Jahren – auch auf Druck der DSGVO – zentrale Anlaufstellen geschaffen, um Daten zu verwalten.

  • 1. Die Zentrale: „Meine Aktivitäten“ Gehe auf myactivity.google.com. Dies ist das Herzstück deiner Daten.
  • Aktion: Du siehst hier einen chronologischen Feed deiner Aktivitäten. Du kannst einzelne Einträge löschen oder über den Button „Löschen“ Zeiträume (z.B. „Letzte Stunde“ oder „Gesamte Zeit“) entfernen.
  • 2. Automatische Löschung aktivieren Du musst das nicht manuell machen. Google bietet eine Auto-Delete-Funktion an.
  • Aktion: Klicke in „Meine Aktivitäten“ auf Web- & App-Aktivitäten. Dort kannst du einstellen, dass Daten automatisch nach 3, 18 oder 36 Monaten gelöscht werden. Die 3-Monats-Option ist der beste Kompromiss aus Komfort und Datenschutz.
  • 3. Standortverlauf (Zeitachse) pausieren oder löschen
  • Aktion: Gehe in deinem Google-Konto auf „Daten & Datenschutz“. Unter „Standortverlauf“ (oft jetzt „Zeitachse“ genannt) kannst du die Aufzeichnung komplett pausieren. Bestehende Daten lassen sich dort ebenfalls löschen.

Wichtiger Hinweis zum Inkognito-Modus: Der Inkognito-Modus im Browser verhindert nur, dass der Browser (auf deinem PC) den Verlauf speichert. Er verhindert nicht zwangsläufig, dass Google oder Webseitenbetreiber deinen Besuch registrieren, wenn du dich dort einloggst.

Teil 2: Amazon – Der Gigant, der deine Wünsche kennt

Während Google weiß, was du wissen willst, weiß Amazon, was du besitzt und was du begehrst. Da Amazon primär ein Händler ist, sind die Daten noch stärker auf deine Kaufkraft und materiellen Vorlieben fokussiert.

Was Amazon über dich weiß

Das Wissen von Amazon geht weit über die „Bestellhistorie“ hinaus:

  • Kauf- und Stöberverhalten: Amazon speichert nicht nur, was du kaufst, sondern auch, was du dir ansiehst, wie lange du auf einem Produkt verweilst und was du in den Warenkorb legst, aber nicht kaufst.
  • Alexa-Sprachaufnahmen: Jeder Befehl an einen Echo-Lautsprecher wird aufgezeichnet und in der Cloud gespeichert.
  • Lesegewohnheiten (Kindle): Amazon weiß, welche Bücher du liest, wie schnell du liest, welche Passagen du markierst und an welcher Stelle du ein Buch abbrichst.
  • Digitale Inhalte: Durch Prime Video und Amazon Music entsteht ein exaktes Profil deines Medienkonsums.
  • Adressen und Beziehungen: Durch Geschenke, die du versendest, kennt Amazon die Adressen deiner Freunde und Familie.
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So verwaltest du deine Amazon-Daten

Amazon macht es etwas schwieriger als Google, alle Daten zentral zu finden, aber es ist möglich.

  • 1. Den Browserverlauf bereinigen Amazon merkt sich jeden Artikel, den du angeklickt hast, um dir später ähnliche Dinge vorzuschlagen.
  • Aktion: Gehe auf der Amazon-Webseite oben auf „Mein Amazon“ (oder „Verlauf“). Dort findest du den Punkt „Browserverlauf“. Du kannst hier einzelne Artikel entfernen oder über „Verlauf verwalten“ die Erfassung komplett ausschalten („Verlauf aktivieren/deaktivieren“).
  • 2. Alexa „taub“ machen Viele Nutzer wissen nicht, dass ihre Sprachbefehle gespeichert bleiben.
  • Aktion: Gehe in deinem Konto auf „Inhalte und Geräte“ → „Datenschutzeinstellungen“ → „Alexa-Datenschutz“.

Hier kannst du den Sprachaufnahmen-Verlauf überprüfen und löschen. Du kannst auch einstellen, dass Aufnahmen gar nicht erst gespeichert werden sollen.

  • 3. Personalisierte Werbung deaktivieren Amazon nutzt deine Daten, um dir auch auf anderen Webseiten Werbung anzuzeigen.
  • Aktion: Suche in den Einstellungen nach „Werbeeinstellungen“ (Ad Preferences). Hier kannst du die personalisierte Werbung von Amazon deaktivieren. Die Werbung verschwindet nicht, sie basiert nur nicht mehr auf deinen intimen Daten.

4. Die radikale Methode: Daten anfordern Wie bei Google kannst du auch bei Amazon eine komplette Kopie deiner Daten anfordern (unter „Meine Daten anfordern“). Dies löscht nichts, öffnet einem aber oft die Augen über das Ausmaß der Speicherung.

Fazit: Digitale Hygiene als Daueraufgabe

Es ist fast unmöglich, Google und Amazon zu nutzen, ohne Spuren zu hinterlassen. Das Geschäftsmodell beider Firmen basiert auf Daten. Aber du bist nicht machtlos.

Deine Strategie sollte sein:

  • Regelmäßigkeit: Nutze die „Automatisch löschen“-Funktionen, wo immer es geht.
  • Bewusstsein: Frage dich, ob du wirklich immer eingeloggt sein musst (z.B. bei der Google-Suche).
  • Alternativen: Nutze für sensible Suchanfragen Suchmaschinen wie Startpage oder DuckDuckGo, die Google-Ergebnisse liefern, ohne dich zu tracken.

Die digitale Spur lässt sich nie ganz löschen, solange wir Teil der digitalen Welt sind – aber wir können sie so weit verwischen, dass wir nicht mehr gläsern sind!

Quellenangaben

  • Bilder: Google Banana Pro

Über den Autor:

Michael W. Suhr | Baujahr 1974Dipl. Betriebswirt | Webdesign- und Beratung | Office Training
Nach 20 Jahren in der Logistik habe ich mein Hobby welches mich seit Mitte der 1980er Jahre begleitet zum Beruf gemacht, und bin seit Anfang 2015 als Freelancer im Bereich Webdesign, Webberatung und Microsoft Office tätig. Nebenbei schreibe ich soweit es die Zeit zulässt noch Artikel für mehr digitale Kompetenz in meinem Blog.
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