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Der Tankrabatt läuft aus. Wie geht es danach weiter?

Zum 1. Mai 2026 hat das Kabinett Merz einen Tankrabatt eingeführt, der voraussichtlich Ende Juni 2026 endet. Ausgelöst wurde diese befristete Maßnahme durch drastisch steigende Rohöl- und Kraftstoffpreise, die infolge eines Angriffs der USA und Israels auf den Iran auftraten.

Da die Frist nun abläuft, rückt die Debatte über mögliche Anschlusslösungen zunehmend in den Fokus von Verbrauchern und Politik.

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Der Tankrabatt läuft aus
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Die Maßnahmen und ihre Wirkung

Die Bundesregierung hat die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für einen Zeitraum von zwei Monaten um 14,04 Cent je Liter gesenkt. Unter Einbeziehung der Mehrwertsteuer führt dies zu einer rechnerischen Entlastung von bis zu 17 Cent pro Liter an der Zapfsäule. Dem Bund entstehen durch den Tankrabatt Steuerausfälle in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro.

Die tatsächliche Wirkung der Entlastung in der Praxis wird jedoch von mehreren Seiten kritisch bewertet:

  • Der ADAC schätzt ein, dass die Preisnachlässe bisher nicht vollständig bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen.
  • Einer Analyse von Greenpeace zufolge konnten große Mineralölkonzerne im Mai 2026 Übergewinne von etwa 702 Millionen Euro verbuchen.
  • Diese zusätzlichen Gewinne entstehen vorrangig durch außergewöhnliche Marktbedingungen und nicht durch operative Effizienzsteigerungen.
  • Als Reaktion auf starke Preissprünge dürfen Tankstellen zudem seit dem 1. April 2026 ihre Preise nur noch einmal täglich um exakt 12 Uhr mittags anheben.

Forderungen nach dem Auslaufen

Angesichts des auslaufenden Rabatts wächst der Druck auf die Politik, wie mit den weiterhin hohen Energiekosten umzugehen ist.

  • Verbraucherzentralen fordern von der Bundesregierung nach dem Ende des Rabatts dauerhafte Entlastungen bei den Energiepreisen in Deutschland.
  • Insbesondere für Pendler, das Handwerk und die Verkehrswirtschaft mahnen Länder und Verbraucherschützer dringend neue Anschlusslösungen an.
  • Der CDU-Wirtschaftspolitiker Sepp Müller erklärte Ende Mai, dass man die Lage beobachten werde und die Koalition bei Bedarf handlungsfähig sei.
  • Wirtschaftsministerin Katherina Reiche erteilte anderen Maßnahmen wie einem Tempolimit oder autofreien Sonntagen eine Absage, da auf dem europäischen Markt ausreichend Energie verfügbar sei.
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Die Vorschläge und Positionen der AfD

Die AfD-Fraktion als größte Oppositionspartei stimmte dem Entlastungspaket zwar zu, kritisierte den auf zwei Monate befristeten Tankrabatt jedoch als reines „Notpflästerchen“. Die Partei brachte stattdessen eigene Anträge und Forderungen in die Debatte ein:

  • Erhöhung der Entfernungspauschale: Die AfD fordert, die steuerliche Pendlerpauschale für Autofahrer auf 50 Cent pro Kilometer anzuheben. Wer hingegen zu Fuß zur Arbeit geht, soll den Weg nicht mehr steuerlich absetzen können.

  • Abschaffung der CO2-Steuer: Ein zentraler Kritikpunkt der Partei ist die CO2-Bepreisung, deren komplettes Ende sie fordert.

  • Senkung der Energiesteuer: Die Energiesteuer auf Kraftstoffe soll nicht nur temporär, sondern dauerhaft auf das europäische Minimum gesenkt werden. Zudem verlangte die Fraktion, dass Strom grundsätzlich „für alle günstig sein“ müsse.

  • Ablehnung einer Übergewinnsteuer: In einem separaten Antrag sprach sich die AfD gegen die Einführung einer nationalen oder sektorspezifischen Sondersteuer auf überhöhte Krisengewinne von Energiekonzernen aus. Die Bundesregierung solle sich auch auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass ein solches Instrument blockiert wird.

  • Kritik am späten Handeln: Die Partei warf der Koalition vor, erst reagiert zu haben, nachdem eine Meerenge blockiert wurde, während frühere AfD-Anträge zur Entlastung von Pendlern ignoriert worden seien.

Neben der AfD gab es auch von anderen Fraktionen und Behörden wichtige Impulse:

Fazit

Der Tankrabatt war eine klassische, politische Hauruck-Reaktion auf eine unvorhersehbare geopolitische Krise. Seine Bilanz bleibt jedoch zwiespältig: Er belastet die Staatskasse mit Milliarden, während erhebliche Teile der Steuererleichterung als Übergewinne bei den Mineralölkonzernen versickerten.

Ein einfaches „Weiter so“ oder eine bloße Verlängerung des Rabatts wird es daher zu Recht nicht geben. Für die Zeit ab Juli steht die Bundesregierung an einer Weggabelung. Sie muss sich entscheiden, ob sie den lauten Forderungen der Opposition nach pauschalen und dauerhaften Steuersenkungen (wie dem Ende der CO2-Abgabe) nachgibt, oder ob sie den Weg der Verbraucherschützer und Grünen einschlägt.

Letzterer zielt auf gezielte, nachhaltige Maßnahmen ab – etwa eine Stromsteuersenkung für Privathaushalte oder den Ausbau des günstigen Nahverkehrs. Klar ist: Reines Abwarten wird die soziale Spaltung bei weiter steigenden Energiepreisen verschärfen. Die Politik muss den Fokus weg von fossilen Kurzzeit-Subventionen hin zu resilienten, langfristigen Entlastungsstrukturen lenken.

Quellenangaben:

  • Bundeskartellamt: Tankrabatt – Kraftstoffpreise
  • AutoBild / Greenpeace: Ölkonzerne kassierten Millionen mit Tankrabatt
  • VerkehrsRundschau: Tankrabatt endet Ende Juni: Verbraucherzentralen fordern Entlastung
  • Die Zeit: Änderungen im Juni 2026: Neuer Widerrufsbutton in Onlineshops, Tankrabatt endet voraussichtlich
  • Deutschlandfunk: Tankrabatt und 12-Uhr-Regel – Was gegen hohe Spritpreise helfen soll
  • Autohaus: Tankrabatt: Verbraucherzentralen für Dauer-Entlastung
  • Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll und Anträge der Fraktionen zum Entlastungspaket (Mai/Juni 2026)

Über den Autor:

Michael W. Suhr | Baujahr 1974Dipl. Betriebswirt | Webdesign- und Beratung | Office Training
Nach 20 Jahren in der Logistik habe ich mein Hobby welches mich seit Mitte der 1980er Jahre begleitet zum Beruf gemacht, und bin seit Anfang 2015 als Freelancer im Bereich Webdesign, Webberatung und Microsoft Office tätig. Nebenbei schreibe ich soweit es die Zeit zulässt noch Artikel für mehr digitale Kompetenz in meinem Blog.
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