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Die Ära der Zwei-Klassen-Suche? Google testet „Search Premium“

Das stille Sterben des organischen Traffics ist Realität. In einer Welt, in der KI die Antwort liefert, wird der Besuch auf Ihrer Homepage überflüssig. Das Ende des „Link-Zeitalters“ ist da – und es erfordert radikales Umdenken.

Stand: Dezember 2025

Erinnern Sie sich an die Zeit, als SEO bedeutete, Nutzer von Google auf Ihre Webseite zu locken? Diese Ära endet gerade vor unseren Augen. Ein Blick in die Analytics-Dashboards vieler Publisher und E-Commerce-Seiten im Jahr 2025 zeigt eine brutale Wahrheit: Der organische Traffic blutet aus.

Der Grund ist nicht, dass die Menschen weniger suchen. Sie suchen anders. Und vor allem: Sie klicken nicht mehr! Das Phänomen „Zero-Click“ ist vom Ärgernis zum Standard geworden.

Der Klick stirbt aus

Themenübersicht

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Das gebrochene Versprechen des Internets

Zwei Jahrzehnte lang galt ein impliziter Vertrag zwischen Suchmaschinen und Webseitenbetreibern: Ich (der Webseitenbetreiber) liefere dir (Google) kostenlosen Content, und du (Google) schickst mir im Gegenzug Besucher.

Mit der flächendeckenden Einführung der Google AI Overviews, der Dominanz von ChatGPT Search und dem Aufstieg von Perplexity wurde dieser Vertrag einseitig gekündigt. Die KI „frisst“ den Inhalt der Webseite, verdaut ihn und serviert dem Nutzer das Ergebnis auf dem Silbertablett.

Warum sollte ein Nutzer auf einen Link klicken, um ein Kochrezept zu lesen, wenn die KI ihm die Zutatenliste und Schritte direkt anzeigt – ohne die 500 Wörter lange Lebensgeschichte des Kochs und ohne nervige Pop-up-Werbung?

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Wer am stärksten betroffen ist

Die Auswirkungen sind ungleich verteilt, aber verheerend für bestimmte Sektoren:

  • Informations-Webseiten & Blogs: Wer sein Geld mit Affiliate-Links oder Display-Werbung auf Ratgeber-Texten („Wie binde ich eine Krawatte?“, „Beste Waschmaschine 2025“) verdient, steht vor dem Ruin. Die Antwort ist das Produkt, und die KI liefert es direkt.
  • Kundensupport-Seiten: Nutzer gehen nicht mehr auf FAQ-Seiten. Sie fragen den Bot. Das ist gut für die User Experience, aber schlecht für den Marken-Touchpoint.
  • Nachrichten-Aggregatoren: Kurze News-Updates werden von der KI in Echtzeit zusammengefasst. Nur tiefgehende Analysen und Meinungsstücke generieren noch Klicks.

Gartner hatte bereits 2024 prognostiziert, dass das Suchvolumen in Suchmaschinen bis 2026 um 25 % sinken würde. Aus heutiger Sicht (Ende 2025) wissen wir: Diese Prognose war noch zu konservativ.

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Von SEO zu LLMO: Die neue Währung

Bedeutet das den Tod des digitalen Marketings? Nein, aber den Tod der klassischen Suchmaschinenoptimierung (SEO), wie wir sie kannten.

Wir bewegen uns weg von Keywords hin zu LLMO (Large Language Model Optimization).

Das Ziel ist nicht mehr, auf Platz 1 der Link-Liste zu stehen (denn dort schaut kaum noch jemand hin). Das Ziel ist, in der Antwort der KI zitiert zu werden. Wenn ein Nutzer fragt: „Welche CRM-Software ist am besten für kleine Startups?“, dann muss die KI antworten: „Viele Experten empfehlen HubSpot oder Salesforce, aber für deutsche Startups wird oft [Ihr Produkt] wegen des Datenschutzes hervorgehoben.“

Um dort hinzukommen, braucht es andere Strategien:

  • Marken-Erwähnungen (Brand Mentions): KIs trainieren mit Texten aus Foren (Reddit), Fachmagazinen und Bewertungen. Wenn über Sie gesprochen wird, lernt die KI, dass Sie relevant sind.
  • Einzigartige Daten: Informationen, die die KI nicht woanders „klauen“ kann (eigene Studien, exklusive Interviews, proprietäre Daten), zwingen die KI zur Quellenangabe.

Die Überlebensstrategie: „Owned Audience“

Da wir uns nicht mehr auf den „Miet-Traffic“ von Google verlassen können, wird der direkte Zugang zum Kunden zur einzigen Lebensversicherung.

1. Die Renaissance des Newsletters E-Mail ist einer der wenigen Kanäle, den kein Algorithmus filtern kann. Wer heute keine starke E-Mail-Liste hat, existiert digital kaum noch.

2. Community statt Traffic Statt auf flüchtige Besucher zu setzen, bauen erfolgreiche Marken jetzt „Walled Gardens“ – geschlossene Communities auf Slack, Discord oder eigenen Plattformen, wo echter menschlicher Austausch stattfindet.

3. Persönlichkeit als Schutzschild KI kann Informationen perfekt zusammenfassen, aber sie hat keine Persönlichkeit. Menschen folgen Menschen. Influencer, Gründer und Experten mit einer starken Stimme sind immun gegen den Zero-Click-Tod, weil man ihre Meinung hören will, nicht nur die Fakten.

Die Webseite wird zur Visitenkarte, nicht zum Vertriebskanal

Die klassische Webseite stirbt nicht ganz, aber ihre Funktion ändert sich radikal. Sie ist nicht mehr der Ort, an dem der Erstkontakt stattfindet (Discovery). Sie ist der Ort, an dem die Transaktion stattfindet (Conversion), nachdem die KI den Nutzer überzeugt hat.

Unternehmen müssen aufhören, für Suchmaschinen zu schreiben, und anfangen, für KI-Modelle zu optimieren – während sie gleichzeitig menschliche Beziehungen aufbauen, die keine KI simulieren kann.

Quellen und Kontext (Stand Ende 2025)

  • Gartner Report (2024): Predicts Search Engine Volume Drop by 25%. (Die grundlegende Prognose, die sich bewahrheitet hat).
  • Entwicklungen bei OpenAI & Google: Die Einführung von SearchGPT und die aggressive Ausweitung der AI Overviews in Europa waren die Katalysatoren für diesen Wandel.
  • J.P. Morgan Analyse: The shift from Search to Answer Engines. (Analyse der wirtschaftlichen Auswirkungen auf werbefinanzierte Publisher).

Über den Autor:

Michael W. Suhr | Baujahr 1974Dipl. Betriebswirt | Webdesign- und Beratung | Office Training
Nach 20 Jahren in der Logistik habe ich mein Hobby welches mich seit Mitte der 1980er Jahre begleitet zum Beruf gemacht, und bin seit Anfang 2015 als Freelancer im Bereich Webdesign, Webberatung und Microsoft Office tätig. Nebenbei schreibe ich soweit es die Zeit zulässt noch Artikel für mehr digitale Kompetenz in meinem Blog.
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