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Der große Ratgeber gegen unerwünschte Werbeanrufe und Telefon-Spam

Kaum etwas ist im Alltag störender als das Klingeln des Telefons, nur um dann von einer Computerstimme, einem aggressiven Verkäufer oder einem Betrüger belästigt zu werden. Ob „Cold Calls“ (unerlaubte Kaltakquise), Gewinnspiel-Fallen oder gefährliche Betrugsmaschen – die Belästigung nimmt zu.

Doch Sie sind nicht machtlos. Wir haben die wirksamsten Strategien zusammengefasst, aufgeteilt in technische Lösungen, richtiges Verhalten und präventive Maßnahmen.

unerwünschte Werbeanrufe

Themenübersicht

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Die erste Verteidigungslinie: Technische Sperren

Bevor Sie überhaupt abheben, kann die Technik bereits einen Großteil der Arbeit für Sie erledigen.

Am Smartphone (Android & iOS)

Die Betriebssysteme haben mittlerweile gute Filter eingebaut.

  • Android: Öffnen Sie die Telefon-App → Drei Punkte (Menü) → Einstellungen → „Anrufer-ID & Spam-Schutz“. Aktivieren Sie „Spam-Anrufe herausfiltern“.
  • iOS (iPhone): Gehen Sie zu Einstellungen → Telefon → „Unbekannte Anrufer stummschalten“.

Hinweis: Dies leitet alle Anrufe von Nummern, die nicht in Ihren Kontakten stehen, direkt auf die Mailbox. Das ist radikal, aber extrem effektiv.

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Apps von Drittanbietern

Spezielle Apps nutzen Community-Datenbanken. Wenn eine Nummer von tausenden Nutzern als „Spam“ gemeldet wurde, wird sie bei Ihnen gar nicht erst durchgestellt.

  • Empfehlenswerte Apps: Tellows, Clever Dialer oder Hiya.
  • Diese Apps zeigen oft direkt auf dem Display an: „Verdacht auf Spam“ oder „Gewinnspiel-Falle“.

Am Festnetz (Router-Einstellungen)

Viele Spam-Anrufe erfolgen immer noch auf dem Festnetz. Moderne Router (z.B. FritzBox) bieten mächtige Werkzeuge:

  • Rufnummernsperre: Sie können spezifische Nummern oder ganze Vorwahlbereiche (z.B. 0039 für Italien, wenn Sie dort niemanden kennen) im Router-Menü sperren.
  • Tellows für die FritzBox: Es gibt Möglichkeiten, Spam-Listen direkt in den Router zu importieren, sodass das Telefon bei bekannten Spammern gar nicht erst klingelt.

Verhalten während des Anrufs: Die goldene Regel

Wenn doch ein Anruf durchkommt, entscheidet Ihr Verhalten darüber, ob Sie in Zukunft öfter oder seltener angerufen werden.

Die wichtigsten „Don’ts“

  • Niemals das Wort „Ja“ sagen: Betrüger schneiden Gespräche oft so zusammen, dass es klingt, als hätten Sie einem Vertrag zugestimmt. Nutzen Sie stattdessen: „Ich höre Sie“ oder „Worum geht es?“.
  • Nicht diskutieren: Legen Sie sofort auf. Höflichkeit ist hier fehl am Platz. Jede Sekunde Gesprächszeit signalisiert dem Computer des Callcenters: „Hier ist jemand erreichbar und bereit zu reden.“
  • Keine Tasten drücken: Wenn eine Bandansage sagt „Drücken Sie die 1, um sich auszutragen“, tun Sie es nicht. Das bestätigt nur, dass Ihre Nummer aktiv ist.
  • Wichtig: Geben Sie niemals sensible Daten wie Passwörter, IBAN, TANs oder Geburtsdaten preis. Seriöse Unternehmen (Banken, PayPal, Microsoft) rufen Sie nie unaufgefordert an, um diese Daten abzufragen.

Prävention: Datensparsamkeit

Warum haben diese Firmen überhaupt Ihre Nummer? Oft geben wir sie unbewusst selbst heraus.

  • Gewinnspiele meiden: Online-Gewinnspiele sind oft nur dazu da, Adressdaten zu sammeln und weiterzuverkaufen („Lead-Generierung“).
  • Das Kleingedruckte prüfen: Achten Sie bei Bestellungen darauf, ob Sie das Häkchen bei „Ich möchte Partnerangebote erhalten“ wirklich setzen müssen.

Zweitnummer nutzen:

  • Nutzen Sie für unwichtige Anmeldungen (Bonusprogramme, Lieferdienste) nicht Ihre Hauptnummer.
  • Verwenden Sie Dienste wie Satellite (App-basierte Handynummer) oder eine günstige Prepaid-Karte als „Müll-Nummer“, die Sie stummschalten können.

Rechtliche Schritte: Wehren Sie sich offiziell

In Deutschland ist Kaltakquise (Werbeanrufe ohne vorherige Einwilligung) gesetzlich verboten.

Beschwerde bei der Bundesnetzagentur

Dies ist die schärfste Waffe der Verbraucher. Wenn sich Beschwerden häufen, kann die Bundesnetzagentur Bußgelder verhängen oder Nummern abschalten.

  • Was Sie brauchen: Datum, Uhrzeit, die angezeigte Telefonnummer und den Grund des Anrufs.
  • Melden: Nutzen Sie das Online-Formular der Bundesnetzagentur.

Die Robinsonliste

Die Robinsonliste ist eine Schutzliste des I.D.I. (Interessenverband Deutsches Internet e.V.) und des DDV (Deutscher Dialogmarketing Verband). Seriöse Unternehmen gleichen ihre Listen hiermit ab und rufen dort gelistete Nummern nicht an.

Einschränkung: Kriminelle Callcenter und Betrüger interessiert diese Liste natürlich nicht. Sie hilft aber gegen „legale“ aber nervige Werbung.

Übersicht: Bekannte Betrugsmaschen erkennen

Masche Erkennungszeichen Was tun?
Ping-Calls Telefon klingelt nur einmal kurz (oft ausländische Vorwahl). Nicht zurückrufen! Der Rückruf kostet oft mehrere Euro pro Minute.
Europol / Interpol Bandansage (oft Englisch), behauptet Ihre ID sei gestohlen. Sofort auflegen! Behörden rufen so nicht an.
Microsoft-Support Anrufer behauptet, Ihr PC habe einen Virus. Auflegen! Microsoft ruft nie unaufgefordert an.
Enkeltrick „Rate mal, wer hier ist?“ / Geldnot vorgetäuscht. Auflegen, dann selbst den echten Verwandten unter bekannter Nummer anrufen.

Der Kampf gegen Telefonterror ist ein Marathon, kein Sprint. Die effektivste Methode ist eine Kombination aus technischer Blockade (Apps/Router) und sofortigem Auflegen. Lassen Sie sich nicht in Gespräche verwickeln – Ihre Zeit und Ihre Nerven sind dafür zu kostbar.

Über den Autor:

Michael W. Suhr | Baujahr 1974Dipl. Betriebswirt | Webdesign- und Beratung | Office Training
Nach 20 Jahren in der Logistik habe ich mein Hobby welches mich seit Mitte der 1980er Jahre begleitet zum Beruf gemacht, und bin seit Anfang 2015 als Freelancer im Bereich Webdesign, Webberatung und Microsoft Office tätig. Nebenbei schreibe ich soweit es die Zeit zulässt noch Artikel für mehr digitale Kompetenz in meinem Blog.
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