Amazon streicht Tausende Stellen und nennt KI als treibenden Faktor
Der E-Commerce- und Technologieriese Amazon hat eine massive Entlassungswelle angekündigt, die Tausende von Mitarbeitern in den Unternehmensbereichen betrifft. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge bestätigt das Unternehmen die Streichung von zunächst 14.000 Stellen. Einige Berichte deuten darauf hin, dass diese Zahl als Teil einer größeren Umstrukturierung auf bis zu 30.000 ansteigen könnte.
Im Gegensatz zu früheren Entlassungsrunden, die oft auf wirtschaftliche Unsicherheiten oder Überbesetzungen nach der Pandemie zurückgeführt wurden, stellt Amazon diesmal einen direkten Zusammenhang zur Implementierung von Künstlicher Intelligenz (KI) her.

KI als Effizienzmotor und Job-Killer
Die Entscheidung ist offenbar Teil einer strategischen Neuausrichtung, um das Unternehmen „schlanker“ und agiler zu machen. Amazon-CEO Andy Jassy hatte bereits in der Vergangenheit angedeutet, dass der Einsatz von generativer KI und anderen KI-Technologien zu Effizienzsteigerungen führen und unweigerlich die Personalstruktur beeinflussen werde.
In einer internen Mitteilung, aus der verschiedene Medien zitieren, wird der Schritt damit begründet, dass sich das Unternehmen an die sich schnell verändernde Technologielandschaft anpassen müsse. Die „transformativste Technologie seit dem Internet“ – gemeint ist KI – ermögliche es, schneller zu innovieren. Um dieses Tempo mitzugehen, seien organisatorische Anpassungen und der Abbau von Hierarchieebenen notwendig.
Welche Bereiche sind betroffen?
Die aktuellen Kürzungen konzentrieren sich ausschließlich auf Unternehmens- und Verwaltungsstellen (Corporate-Jobs) und nicht auf die Logistik- und Lagerarbeiter in den Versandzentren.
Besonders stark betroffen ist Berichten zufolge die Personalabteilung, intern bekannt als „People Experience and Technology“ (PXT). Hier könnten bis zu 15 % der Belegschaft von den Kürzungen betroffen sein. Auch andere Verwaltungsbereiche und Managementebenen stehen im Fokus der Restrukturierung.
Interessanterweise finden diese Entlassungen in einer Zeit statt, in der Amazon finanziell sehr gut dasteht und hohe Gewinne meldet. Dies unterstreicht, dass es sich nicht um eine Sparmaßnahme aus der Not heraus handelt, sondern um eine strategische Wette auf Produktivitätssteigerung durch Technologie.
Langfristige Auswirkungen auf die Arbeitswelt
Während die aktuellen Entlassungen die Büroetagen treffen, investiert Amazon parallel weiter massiv in die Automatisierung seiner Logistikzentren durch Robotik. Langfristige Prognosen, die ebenfalls in Berichten auftauchen, deuten darauf hin, dass durch diese Automatisierung bis zum nächsten Jahrzehnt Hunderttausende von Lagerjobs wegfallen könnten.
Die jetzige Entlassungswelle im Verwaltungsbereich markiert jedoch einen neuen Wendepunkt: KI beginnt nun sichtbar, auch „White-Collar-Jobs“ – also Bürojobs und Wissensarbeit – zu verändern und zu ersetzen.
Amazon investiert Milliarden in den Aufbau seiner KI-Infrastruktur, sowohl für die eigenen Cloud-Dienste (AWS) als auch für interne Prozesse. Die nun angekündigten Stellenstreichungen sind ein klares Signal, dass das Zeitalter der KI-gesteuerten Unternehmensführung begonnen hat und tiefgreifende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben wird.
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