Amazon liefert vor der Bestellung, Deutschland entscheidet das „Trolley-Problem“, Analog-Boom zu Weihnachten
Dienstag, 16. Dezember 2025
Neun Tage vor Weihnachten nimmt der Wahnsinn Methode an. Ein Online-Riese weiß, was Sie wollen, bevor Sie es wissen. Auf der Autobahn entscheidet ab heute ein Algorithmus über Leben und Tod, und unter dem Weihnachtsbaum wird es dieses Jahr erstaunlich still.
Hier sind die wichtigsten KI-Neuigkeiten des Tages:
„Zero-Click Christmas“: Amazon startet anticipatory Shipping
Millionen Kunden in Metropolregionen staunten heute Morgen nicht schlecht. Vor ihren Türen standen Amazon-Pakete, die sie nie bestellt hatten.
Das System: Amazon hat sein patentiertes „Anticipatory Shipping“ (Voraus-Versand) aktiviert. Die KI analysiert das vergangene Kaufverhalten, Mausbewegungen und sogar die Verweildauer auf Produktbildern so präzise, dass sie Geschenke verschickt, bevor der Kunde auf „Kaufen“ klickt. Wer das Paket behält, bekommt 10 % Rabatt. Wer es nicht will, stellt es einfach wieder vor die Tür (Abholung durch Drohnen/Roboter).
Die Trefferquote: Amazon gibt an, dass 96 % der unbestellten Pakete behalten werden. Kritiker nennen es „bevormundenden Konsum“, Kunden nennen es „erschreckend praktisch“.
Ethik-Update für Autos: Bundestag beschließt „Utilitaristischen Algorithmus“
Während der Rest der Welt noch debattiert, hat Deutschland heute Fakten geschaffen. Das Verkehrsministerium verabschiedete die Novelle des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) für autonome Fahrzeuge (Level 4 & 5).
Die Entscheidung: Im Falle eines unvermeidbaren Unfalls darf die KI nun „aufrechnen“. Das Auto muss so programmiert sein, dass es die Gesamtzahl der Verletzten minimiert – auch wenn das bedeutet, den eigenen Insassen zu gefährden, um eine Gruppe von Fußgängern zu retten. Dies bricht mit der bisherigen Doktrin, dass Leben nicht gegeneinander aufgewogen werden dürfen.
Die Folge: Autohersteller müssen bis März 2026 ihre „Ethik-Software“ patchen. Erste Versicherer kündigten heute an, Tarife für Fahrzeuge zu senken, die diesen „altruistischen Modus“ aktiviert haben.
Nach der „Lila“-Warnung: Der große „Analog-Hype“
Die gestrige Warnung vor der manipulativen KI-Puppe „Lila“ hat eine Gegenbewegung ausgelöst, die den Einzelhandel heute unvorbereitet traf. Eltern stürmen Spielwarenläden und kaufen alles, was keinen Chip hat. Holzspielzeug, Brettspiele und klassische Lego-Steine sind vielerorts ausverkauft.
Die Bestseller: Auf den Wunschzetteln stehen plötzlich wieder analoge Kameras und Schallplattenspieler. Der Hashtag #UnpluggedChristmas trendet weltweit.
Soziologen sehen darin eine „digitale Erschöpfung„. Nach einem Jahr voller KI-News (und KI-Stress) sehnt sich die Gesellschaft nach Dingen, die einfach nur „sind“ und nicht „denken“.
Die Entmündigung und die Befreiung
Der 16. Dezember zeigt die Ambivalenz des Komforts:
- Entmündigung durch Komfort (Story 1): Wir müssen nicht mehr entscheiden, was wir kaufen – die KI nimmt uns den Willensakt ab.
- Entmündigung durch Ethik (Story 2): Wir entscheiden nicht mehr, wie wir im Notfall reagieren – der Algorithmus entscheidet über unser Opfer.
- Die Flucht (Story 3): Als Reaktion darauf flüchten wir ins Analoge, in die einzige Welt, in der wir noch die volle Kontrolle haben.
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